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Welche Hormonpräparate werden verwendet?

Eine Hormontherapie ist von Frau zu Frau individuell und wird mit verschiedenen Hormonpräparaten nach Anweisung gestaltet. Der Arzt legt im Voraus den Stimulationsplan fest. Wir möchten Ihnen die am häufigsten verwendeten Präparate aufzeigen.

Strukturformel - Clomifin

Clomifen:

In vielen Fällen wird mit der Behandlung durch Clomifen begonnen. Durch das Clomifen wird dem Körper ein Östrogenmangel vorgetäuscht und dadurch wird der Körper zu einer stärkeren Hormonproduktion angeregt. Es handelt sich um eine der ältesten und am häufigsten angewandten Hormonbehandlungen. Der Wirkstoff wird in Tablettenform eingenommen und soll den Eibläschen zu einem verbesserten Wachstum verhelfen. Gerade zur Hormonbehandlung der Schwangerschaft auf dem natürlichen Weg und zur Insemination wird Clomifen angewandt. Nach maximal 6 angewandten Zyklen sollte eine andere Hormontherapie gemacht werden.

Letrozol:

Die Studie des National Institutes of Child Health & Human Development kam zum Ergebnis, dass Letrozol eine wirksame Alternative zu Clomifen und Gonadotropin darstellt. Ein weiterer Aspekt war auch, dass bei der Einnahme von Letrozol weniger Mehrlingsgeburten und mehr Schwangerschaften im Vergleich zu Gonadotropin festgestellt wurden. Im Gegensatz zu Clomifen erzeugt der Wirkstoff einen echten Östrogenmangel. Die Einnahme erfolgt wie Clomifen in Tablettenform und ist identisch. Diesem Wirkstoff wird eine bessere Verträglichkeit, sowie eine schwächere Wirkung als Clomifen nachgesagt. Das Präparat ist derzeit in Deutschland nur zur Behandlung von Brustkrebs zugelassen. Sollte es dennoch verwendet werden, müssen die ausführenden Ärzte eine Aufklärung leisten und die Einwilligung der Patientin dokumentieren.

Strukturformel - Letrozol

P4B-Hinweis:

Bei einer Behandlung im Ausland können andere Präparate verwendet werden, da dort auch andere Wirkstoffe zur Therapie zugelassen sind.

Gonadotropine:

Dieser Wirkstoff soll die Eizellreifung anregen und wird oft nach einer erfolglosen Behandlung durch Clomifen verwendet – quasi eine Steigerung. Gonadotropine helfen dabei, dass mehrere Eizellen gleichzeitig reifen und werden bei einer künstlichen Befruchtung durch IVF oder ICSI angewandt. Die Dosierung wird vom Arzt individuell festgelegt. Dieser Wirkstoff wird in Form von Injektions-Pens verabreicht. Dieser Wirkstoff enthält entweder nur das Hormon FSH oder eine Kombination aus LH und FSH.

FSH:

Es handelt sich hierbei um ein follikelstimulierendes Hormon und wird in der Hirnhangdrüse produziert. Dieses Hormon ist bei der Frau zuständig für die Eizellreifung. Auch Männer produzieren das FSH-Hormon.

LH:

Hierbei handelt es sich um ein luteinisierendes Hormon und wird wie das FSH-Hormon in der Hirnhangdrüse produziert. Das Hormon zählt zu den Sexualhormonen von Mann und Frau. Bei der Frau ist LH auch für die Auslösung des Eisprungs zuständig.